Worum geht es bei „Weiter wachsen? Perspektiven auf Kommunalpolitik in Essen“?

Wie könnte die Kommunalpolitik in Essen aussehen, wenn man sie ohne Wachstumszwänge denken würde? Dieser Frage wollen wir nachgehen. Wir nehmen aktuelle und vergangene Themen der Essener Kommunalpolitik als Ausgangspunkt und schauen, welche Rolle Wachstumszwänge in diesen spielen.

Wirklich spannend wird es im zweiten Schritt, in dem wir uns damit auseinandersetzen, welche Alternativen es jenseits von Wachstumszwängen gibt. Wie kann Essen aussehen, mit einer Kommunalpolitik, die sich vom Wachstumsparadigma befreit? Dabei wollen wir das Rad nicht zwangsläufig neu erfinden, sondern schauen in Wissenschaft und Praxis nach interessanten Ansätzen.

Unsere Überlegungen und Recherchen teilen wir auf diesem Blog. Wir wollen zu Diskussionen anregen, neue Perspektiven in die Kommunalpolitik tragen und Ideen für konkrete Projekte geben. Wir wollen Alternativen konkret für Essen denken, gern sowohl digital als auch analog, gemeinsam mit euch.

Warum machen wir das? 

„Wenn wir wachsen, geht’s uns gut.“ Gerade in Bezug auf Wirtschaftswachstum gilt diese Formel als gesetzt. Wachsen Exportraten, Bruttoinlandsprodukt (BIP) & Co. einmal nicht oder nur wenig, gilt dies als Problem. Aber kann etwas immer weiter wachsen?

Für viele Dinge lässt diese Frage sich ganz klar mit „Nein“ beantworten. So kann etwa die Anzahl von Autos auf der Welt nicht unbegrenzt zunehmen: Sowohl die Ressourcen, aus denen wir Autos bauen, als auch Öl als Kraftstoff sind begrenzte Ressourcen. Ganz zu schweigen von Problemen der Luftverschmutzung, der Flächenversiegelung und Staus; weder saubere Luft, noch Platz ist endlos verfügbar.

Wachstumskritik ist kein neues Phänomen. Matthias Schmelzer stellt heraus, dass es so alt ist, wie das Phänomen des kapitalistischen Wachstums selbst, und zeigt die verschiedenen Strömungen der Wachstumskritik. Ein bekanntes Beispiel für Wachstumskritik ist etwa die Publikation „Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome aus dem Jahr 1972.

Trotz dieser und anderer Kritik wird in weiten Teilen der Politik bis heute TINA herangezogen. TINA steht für „there inalternative“ (es gibt keine Alternative). Dem widersprechen wir. Auch wenn die Alternativen nicht immer auf der Hand liegen, vor allem da wir so an Wachstumslogiken gewöhnt sind, gibt es sie. Viele Menschen weltweit denken und praktizieren sie.

Mit Eurer Hilfe wollen wir die Logik des „mehr ist immer besser“ hinterfragen. Dabei geht es uns nicht darum, Wachstum an und für sich zu verteufeln. Wenn etwa der Anteil des Fahrradverkehrs in Essen wächst, finden wir das großartig.

Wer schreibt hier?

Bei „Weiter Wachsen?“ schreiben unterschiedliche Menschen, die sich bei WissenSchaffenWandeln, der Initiative für transformative Prozesse, versammeln. In den Beiträgen handelt es sich um die persönlichen Meinungen der Autor_innen. Wir recherchieren und schreiben nach besten Wissen und Gewissen. Falls es dabei zu Fehlern oder Missverständnissen kommt, freuen wir uns über Eure Rückmeldungen.

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